Jodlerklub Tälläbuebä






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Tälläbuebä trotzten an der Jodlernacht dem Dauerregen

Jodlernacht in Attinghausen

Der Jodlerklub Tälläbuebä führte mit der Jodlernacht den zweiten grösseren Anlass zum 75 jährigen Jubiläum durch. Die Zusammenarbeit mit den Schwingern erwies sich als guter Schachzug.

Die Tälläbuebä hätten zwar für die Jodlernacht mehr Einsehen von Petrus erwartet. Trotzdem war das grosse Zelt für das Kantonale Schwingfest am Freitagabend mit rund 700 Besuchern gefüllt und verbreitete eine angenehme Jodlerstimmung. Bereit standen nämlich drei Jodlerklubs, Florian und Seppli, der Attinghauser Schülerchor der 6. Klasse und das „quartett waschächt“ für eine urchige und gemütliche Jodlernacht, ob es draussen in Strömen regnete oder nicht.

Lockere Jodler-Stimmung

Die ganze Jodlernacht verlief für die teilnehmenden Gäste locker und unkompliziert, was sich sichtlich auch auf die zahlreichen Besucher und Besucherinnen auswirkte. Es war eine richtige Jodlerchilbi, an welcher hoch stehender Jodelgesang zu hören war. Der einheimische Jodlerklub Tälläbuebä eröffnete die Jodlernacht nach den lüpfigen Eingangsklängen vom „quartett waschächt“ mit dem wunderschönen Frühlingslied „Ämmitaler Alpuffahrt“ von O. Friedrich Schmalz. Damit brachten sie den verregneten Frühling wenigstens in das Festzelt und in die Herzen der aufmerksamen Zuhörer. Man bedauerte wohl die Jodler, die mit den Schwälbeli in den Süden ziehen konnten. Dies aber auch nur in einer der letzten Kompositionen von Adolf Stähli „Wenn d’ Schwälbeli y Südä zie“. Während das erste Lied in seiner Tiefe des Inhaltes überzeugte, waren es bei den Schwälbeli die hohen Töne, welche die Jodler sehr gut meisterten. Wer hätte es in diesem Moment nicht am liebsten den Schwalben gleichgetan und wäre mit ihnen über den Wolken dem Regen in den Süden entflohen. Zum Glück brachten die Tälläbuebä etwas Sonne in das Schwinger Festzelt. Doch sie waren nicht allein die Überbringer schönerer Tage. Der Jodlerklub „Alpenglühn“ Wiggen sang „Sunntig uf em Älpli“ von Bruno Emmenegger und den Meisenegg-Juz von Franz Stadelmann und verbreitete damit die typische Handschrift des Komponisten Franz Stadelmann.

Jugendlicher Charme und Lebensfreude

Die Jodlernacht in Attinghausen räumte der Jugend den gebührenden Platz ein. Einerseits mit dem einheimischen Schülerchor der 6. Klasse von Attinghausen unter der Leitung von Wädi Wipfli und Paul Eller. Sie gaben zwei typische Urner Liedli zum Besten und sangen dann noch mit den Tälläbuebä zusammen den Siloballe-Blues von Dölf Mettler. Dieser traf genau den Geschmack des Publikums, welches vehement eine Zugabe verlangte. Die grossen Stars auf der Schwingerbühne waren aber dann Florian und Seppli, bestbekannt als ehemalige Gewinner des Nachwuchswettbewerbes am Fernsehen. Zwar nähert sich der jodelnde Seppli langsam dem Stimmbruch. Dies tat aber seiner klaren Jodelstimme keinen Abbruch, zumal er meisterhaft von seinem Bruder Florian begleitet wurde. Zur Erholung seiner Stimme konnte Seppli ja noch „löffelen“, was er ebenfalls bestens beherrschte. Die beiden Luzerner Talente, die mit den Eltern nach Attinghausen gekommen waren, mussten auch zahlreiche Autogramme verteilen. Ihre vorgetragenen Lieder überzeugten vor allem durch ihren Schalk. Es waren alte Jodelhits von Jakob Ummel und andern Jodlergrössen.

Ruedi Rymann liess grüssen

Der Jodlerklub Giswil aus Obwalden war schon Gastklub in Attinghausen zum 40 jährigen Jubiläum, wo noch Ruedi Rymann in den Reihen stand. Der damalige Präsident Zeno Wolf erinnerte sich:“ Es hat uns sehr gefreut, dass wir wieder nach Attinghausen zu den Tälläbuebä eingeladen wurden. Damals fuhren wir noch über den Susten, um den weiten Umweg zu meiden.“ Der Klub hat seit dem Tod von Ruedi Rymann nichts an Können eingebüsst. Die jungen Jodlerinnen mit der erfahrenen Stütze von Annemarie Rymann jodelten wunderbar rein. Das anspruchsvolle Lied „Alpenacht“ von R. Fellmann, „Aberot“ von Edy Gasser oder „Bim Stärnäwirt“ von Emil Wallimann gefielen als Komposition. Daneben gaben die Obwaldner Jodler natürlich ihre typischen Naturjuiz zum Besten, wie den „Brunnemad-Juiz von Ruedi Rymann, den „Flionalp-Juiz“ von Toni Vogler oder den „Mörliegg-Juiz“ von Peter Ming.

Die Männerstimmen überwogen

Wie bei den Tälläbuebä sangen auch die Jodler aus Wiggen ganz ohne weibliche Jodelunterstützung. Erstaunlich war, in welcher Höhe die Entlebucher Jodler die hohen Töne meisterten, so zum Beispiel im „Schwändialp-Jutz“ von Sepp Zihlmann oder im „Älpler-Jutz“ von A. Stähli. Wiggen sang auch das eher selten mehr gehörte Lied „Alpzyt“ von Emil Herzog. Den Abschluss der sehr unterhaltsamen und abwechslungsreichen Jodlernacht machte der ebenfalls reine Männerklub Tälläbuebä. Markig und eindrucksvoll besang man die urchigen Schwyzer, die so gut zum markigen Aussehen der Tälläbuebä passten. Als Höhepunkt erklang schliesslich noch der prächtige „Jubiläumsjuiz“ von Margrith Spichtig-Hofer. Dieser Juiz stellt einige Anforderungen an die Jodler, welche aber Toni Arnold und Othmar Zgraggen bestens meisterten. Als Zugabe beschwörten die Tälläbuebä noch einmal den verloren geglaubten Frühling herauf. Passend zum letzten Maitag sangen die Tälläbuebä das etwas in Vergessenheit geratene Lied „Meietag“ von A. Stähli, welches am Jodlerfest Altdorf 1974 der absolute Jodlerhit gewesen war. Durch das Programm des Abends führte Orlando Gisler, der mit seiner witzigen und prägnanten Art viel Lob erhielt. So meinte er, dass der für die Schwinger bereitgestellte Gabentempel für einmal nicht die aufgebesserten Tombolapreise seien. Die Jodlernacht gehörte nämlich allein den Liebhabern schöner Jodellieder und den Tanzfreudigen, welche sich an den rassigen Klängen des „quartetts waschächt“ mit Frowin Näf erfreuen konnten. Die Jodlernacht zog sich in der Bar noch bis in die Morgenstunden dahin. Es war insgesamt ein sehr gelungener Anlass zum 75 jährigen Jubiläum, der auch nur dank der guten Zusammenarbeit mit den Schwingern und den zahlreichen Sponsoren in dieser Form durchgeführt werden konnte. An verschiedenen Anlässen werden die Tälläbuebä im Jubiläumsjahr weiterhin auf sich aufmerksam machen.


Text wurde geschrieben von Robi Kuster

Bilder von der Jodlernacht finden Sie zu einem späteren Zeitpunkt in unserer Galerie.