Jodlerklub Tälläbuebä






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Attinghausen: Jodlerabend Tälläbuebä

Alte und teilweise vergessene Jodellieder prägten den Jodlerabend der Tälläbuebä in Attinghausen. Ein Abend zum Geniessen.

Der Jodlerklub Tälläbuebä setzte bei seinem Jodlerabend bewusst auf ältere und teilweise schon halb vergessene Jodellieder. Es waren einst richtige Gassenhauer, die fast jeder Klub in seinem Repertoire hatte. Wer diese Lieder noch im Ohr hatte, freute sich, sie wieder zu hören. In diesem Sinne startete der einheimische Klub mit dem überaus beliebten Jodellied „ä gschänktä Tag“. Für die stark verjüngten Tälläbuebä war es wohl ein geschenkter Tag, mit alter Frische aufwarten zu können. Das Lied klang kräftig und überzeugend. Auch der anschliessende Naturjodel „dr Bürgestöckler“ von Fredy Wallimann gehört zu den Naturjodeln mit der grössten Verbreitung. In der Popularität etwas weiter zurück geht der „Schönbüel-Jütz“ von Ruedi Rymann. Aber auch dieser Naturjodel gehörte einst zu den am meisten gesungenen und geriet zunehmend in Vergessenheit. Damit hängte der Klub nicht nur mit der geschmackvollen Bühnengestaltung, sondern auch bei der Auswahl von Liedern und Jütz an die alten Traditionen an. „Maiezyt“ von Robi Fellmann wird kaum mehr gesungen und beim „Mälche“ von Oskar Friedrich Schmalz wähnte man sich in die grosse Zeit des Berner Komponisten zurückversetzt. Die Solostimmen kamen durch die Reinheit sehr schön zur Geltung. Mit dem auf vier Strophen ergänzten Lied „Mys Ürnerland“, welches als letztes Lied vom unvergesslichen Jost Marty komponiert wurde, setzten die Tälläbuebä zugleich den Höhepunkt des Abends. Das für die Jodler anspruchsvolle Lied erklang sehr gut und gefiel. Auch mit der Zugabe „Bärgbluemä“ von Robi Fellmann setzte der Klub die alte Tradition fort, denn der Komponist aus Baar wurde bei den Tälläbuebä stets wie der Hauskomponist betrachtet. Das Lied passte auch sehr gut zu den Stimmen der Tälläbuebä. Alles in allem sangen die Tälläbuebä mit kräftigen Jodelstimmen und guten Solisten und wussten zu begeistern.

Unbekanntes aus dem Luzernerland
Ganz im Gegensatz zu den Tälläbuebä, die alte und bekannte Lieder zum Besten gaben, wartete der Gastklub mit Unbekanntem auf. „Ä Wält ohni Blueme“ von Pfistinger/Renggli wurde hierzulande kaum einmal gehört. Das Lied von Robi Fellmann „Dui luegsch mer uf d’ Site“ wurde wahrscheinlich aus dem Nachlass geborgen. Beide Kompositionen konnten aber gefallen. Das eine Lied, weil es sehr sinnreich war und das andere, weil der bekannte frühere Schalk von Robi Fellmann zum Vorschein kam. Hier wurde eine kleine Geschichte erzählt, wie das der Komponist oft getan hatte. Der Jodelteil war rhythmisch anspruchsvoll mit gesprochenem Begleit. Auch die übrigen Lieder und Jütz vom luzernischen Jodlerchörli Hitzkirchertal hatten eine eigene Note. „Bärgchind“ von Ernst Märki oder der „Ellegg Jütz“ von Walter Gut und R. Renggli gehören zu den sehr selten gehörten Jodelliedern. Im Bärgchind gefiel der Jodelteil mit der schön klingenden 2. Stimme. Der Ellegg Jütz klang relativ tief und strahlte dann erst am Schluss richtig auf. Auch im zweiten Teil sang Hitzkirchertal mit dem Lied „Uf em Bärg“ ein Lied, das speziell war. So startete der zweite Bass gleich mit einem Solo. Die „hopsa Chueli chumm“ im Jodelteil machten das Lied lüpfig. Lüpfig und fröhlich war auch „S’Burämanndli“ von Alex Eugster. Hier überzeugte der witzige Text, wie man es sich von den Eugsters gewohnt war. Die 13 Jodler und 4 Jodlerinnen gefielen allgemein durch reinen Gesang.

Schacher Seppli und Housi
Ganz zum traditionellen Stil des Abends passten das Duett Hugo Lötscher/Rebekka Stadelmann und der Solojodler Andreas Felder aus Ebnet. Bei ihm dachte der Besucher beim Suchen des Tones an eine gewisse Unsicherheit und musste dann feststellen, dass diese nur gespielt war. Andreas Felder überzeugte mit seiner sehr schönen und vollen Stimme. Es braucht schon etlichen Mut, allein und ohne jegliche Begleitung aufzutreten. Andreas Felders Stärke lag eindeutig im Naturjodel. Die Lieder im zweiten Teil „Dr Schacher Seppli“ oder „dr Housi“ gehören natürlich nach wie vor zu den Perlen beim volkstümlichen Gesang und wussten deshalb besonders zu gefallen. Sehr schön erklang als Zugabe ein alter Naturjodel von Jakob Ummel. Das Duett Lötscher/Stadelmann sang im ersten Teil Lieder von aktuellen Komponisten, so von Margrith Amacher, Arthur Schöpfer und im zweiten als Zugabe das wunderbare Duettlied „S’Finkli“ von Ernst Sommer. Das Duett überzeugte in allen Vorträgen mit Reinheit und Lockerheit. Die beiden Stimmen passten optimal zusammen. Der Jodlerabend schloss ebenfalls traditionell mit dem Gesamtchor, den die beiden musikalischen Leiter dirigierten. Den Schlusspunkt setzte Rolf Lee mit dem Lied „Am Jodlertisch“ von Fred Kaufmann. Wer den Abend noch länger geniessen wollte, bekam Gelegenheit mit den bei den Tälläbuebä ebenfalls schon fast traditionellen „Adlerspitz-Buebä“ aus Schwyz. Wer wenig Schlaf benötigte, begab sich noch in den geheizten Barwagen vor dem Schulhaus in Attinghausen.


Text wurde geschrieben von Robi Kuster

Bilder vom Jodlerabend finden Sie in unserer Galerie.